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Gedanken

Bewusstheit und Vorhersagbarkeit: vom einzelnen Menschen zu den Zyklen der Universen

Ich versuche, einen Gedanken der Reihe nach zu entfalten, denn in meinem Kopf fügte er sich zu einem einzigen ganzen Bild zusammen — von einer einfachen Beobachtung über Menschen bis hin zum Aufbau des Universums. Es gibt Menschen, deren Verhalten, Weltbild und die Art, wie sie sich geben, nicht sehr gut sind — jedenfalls beobachte ich es so. Ihre Taten und Handlungen verraten eine primitivere Stufe der Entwicklung. Und mir fiel ein einfaches Muster auf: Je niedriger die Stufe, auf der ein Mensch steht, desto leichter lassen sich seine Schritte vorhersagen — die heutigen wie die künftigen. Man sieht sie gleichsam kommen. Dahinter steht ein einfaches Prinzip: Die Vorhersagbarkeit eines Menschen ist umgekehrt an sein Maß an Bewusstheit und geistiger Entwicklung gebunden. Geist ist hier keine Abstraktion, sondern die Fähigkeit selbst, sich seiner selbst und seiner Handlungen bewusst zu sein. Die Logik ist einfach: Je bewusster ein Mensch ist, desto weniger vorhersagbar wird er. Und umgekehrt — je näher er einer tierhaften Daseinsweise ist, desto mehr läuft sein Leben in ausgefahrenen Gleisen. Ein unbewusster Mensch ist vorhersagbar, weil er keine wirkliche Herrschaft über sein eigenes Leben hat. Er lebt aus einfachen Gewohnheiten, aus Reaktionen auf seinen Hormonhaushalt, aus augenblicklichen Impulsen. Hunger verspürt — hingegangen und gegessen. Zu jemandem hingezogen — hingegangen und getan. Das ist keine Wahl im eigentlichen Sinn, sondern eine programmierte Reaktion auf einen Reiz. Solche Menschen werden leicht zornig, behandeln andere schlecht, haben keine Willenskraft, wollen nicht besser werden; ihre Ansprüche an das Leben sind banal — Vergnügen, materielle Güter. Genau deshalb lassen sich ihre Schritte im Voraus lesen, sogar von einem Menschen wie mir — und ich halte mich nicht für besonders klug. Aber eine gewisse Bewusstheit ist in mir schon da, und sei es nur daraus, dass ich dies gerade schreibe und imstande bin, über all das nachzudenken, den Mechanismus selbst von außen zu betrachten. Bewusstheit hingegen gibt eine echte Wahl — einen Augenblick, in dem der Mensch nicht bloß reagiert, sondern entscheidet. Gerade diese Wahl bricht die Vorhersagbarkeit: Ein System, das freien Willen besitzt, ist nicht mehr im Voraus berechenbar. Deshalb ist der kleine, bewusste Teil der Menschen jener Teil, der wirklich schwer vorherzusagen ist. Doch es gibt hier eine Feinheit: Auch ein bewusster Mensch lässt sich vorhersagen, aber anders — nicht über den Instinkt, sondern über seine Werte. Wenn sich jemand bewusst auf die Seite des Guten gestellt hat, dann wird er aus den unzähligen möglichen Optionen nur jene wählen, die zur Entwicklung führen und in die Kategorie «niemandem schaden» gehören. Seine Vorhersagbarkeit ist also nicht mehr die Sklaverei des Reflexes, sondern Treue zur eigenen Wahl — eine Vorhersagbarkeit ganz anderer Art. Hebt man das auf die planetare Ebene: Der Großteil der Bevölkerung lebt auf den niedrigeren Stufen, getrieben von Instinkt und Hormonhaushalt — und also lässt sich im großen Maßstab vorhersagen, wohin die ganze Menschheit strebt. Nicht der einzelne Mensch punktgenau, sondern der allgemeine Vektor der Massen. Und nur ein kleiner, bewusster Bruchteil bricht aus dieser Berechnung aus, weil er ein Element echter Wahl einbringt. Der Rest bewegt sich fast deterministisch, wie ein physikalisches System. Von hier aus reicht der Gedanke hinauf zu höheren Mächten. Wenn sogar ich mit meinem bescheidenen Niveau die Schritte von Menschen unter mir lesen kann, dann ist es folgerichtig anzunehmen, dass es einen Verstand oder eine Rasse eine Größenordnung höher gibt — für die unsere ganze Zivilisation ebenso durchschaubar und vorhersagbar ist wie für mich das Verhalten jener Menschen. Viele gießen das in die Form von Reptiloiden, Arkturianern, anderen Wesenheiten — darüber ist in allerlei Verschwörungskanälen unendlich viel Text geschrieben worden. Beweisen kann ich natürlich nicht, dass es genau so ist, und ich sage nicht einmal, dass ich es «glaube» — ich empfinde es einfach als eine logische Unausweichlichkeit. Für eine Wesenheit, die hoch genug steht, ist die Zukunft einer ganzen Gesellschaft ohne jede Mühe im Voraus sichtbar, weil die überwältigende Mehrheit der Menschen von ihrer Anlage her vorhersagbar ist. Daraus folgt, dass derjenige, der diesen ganzen Entwicklungsprozess in Gang gesetzt hat — den Prozess des Entstehens von Seelen, von Bewusstheit, von einzelnen Wesenheiten wie mir und anderen —, ihn einfach «durchlaufen lässt». Er beobachtet, wie sich der Zyklus entfaltet, wie die Masse sich vorhersagbar bewegt, während die bewussten Einzelnen das Unvorhersagbare schaffen. Und dann ging der Gedanke weiter zur Kosmologie. Nach dem, was die Menschheit weiß, bleibt nahe einem Schwarzen Loch die Zeit fast stehen — das ist Physik. Und stellt man sich jemanden vor, der an einem solchen Punkt «sitzt», dann könnte man für ihn eine Unzahl von Multiversen starten, die sich von außen fast augenblicklich entfalten, während er ihr Ergebnis dennoch zu sehen vermag. Es ist, als würfe er ein Universum hinein, dieses lebt in seiner «Sekunde» seine ganze Geschichte aus, und für uns darin dauert es Milliarden Jahre. Es ist dieselbe Relativität der Zeit, nur bis zur Grenze getrieben: eine Sekunde des Beobachters draußen ist eine ganze Ewigkeit drinnen. Und dann könnte dieser ganze Zyklus der Entwicklung von Seelen, von Bewusstheit, von der Vorhersagbarkeit der Massen einfach einer dieser «Durchläufe» sein, den jemand von einem Ort aus beobachtet, an dem die Zeit kaum fließt.

Ich behaupte nicht, dass alles genau so ist — beweisen kann ich es nicht. Es ist eher ein Gefühl einer inneren Logik als Wissen. Aber der Gedanke fügte sich zu einem Ganzen, also halte ich ihn fest.