Notizbuch
14 Einträge
Tao Te King
Stellen bei Laotse, zu denen ich immer wieder zurückkehre. Das Tao Te King ist eines jener seltenen Bücher, die niemals versiegen – in jedem Lebensabschnitt antwortet es aufs Neue auf das, was sich in dir gewandelt hat.
Das Tao, das sich aussprechen lässt, ist nicht das ewige Tao. Der Name, der sich nennen lässt, ist nicht der ewige Name.
Die höchste Güte gleicht dem Wasser. Das Wasser nützt allen Dingen, ohne zu streiten, und verweilt an den niederen Orten, die alle verachten – darum steht es dem Tao so nahe.
Wir formen den Ton zu einem Gefäß, doch erst die Leere in seinem Inneren macht es brauchbar.
Ist das Werk des besten Herrschers vollbracht, so sagt das Volk: Wir haben es selbst getan.
Wer andere kennt, ist klug; wer sich selbst kennt, ist erleuchtet. Wer andere bezwingt, ist stark; wer sich selbst bezwingt, ist wahrhaft mächtig.
Das Tao wirkt niemals, und doch bleibt nichts ungetan.
Wer das rechte Maß kennt, erntet keine Schande; wer innezuhalten weiß, gerät in keine Gefahr. So währt man lange.
Ohne vor die Tür zu treten, kann man die ganze Welt erkennen. Ohne aus dem Fenster zu blicken, kann man den Weg des Himmels erschauen.
Wer lernt, gewinnt Tag für Tag hinzu. Wer dem Tao folgt, lässt Tag für Tag etwas los.
Wer weiß, redet nicht. Wer redet, weiß nicht.
Das Schwerste der Welt entsteht aus dem Leichten; das Größte der Welt entsteht aus dem Kleinen.
Eine Reise von tausend Meilen beginnt unter deinen Füßen.
Das Harte und Starre gehört dem Tod; das Weiche und Nachgiebige gehört dem Leben.
Wahre Worte sind nicht schön; schöne Worte sind nicht wahr.